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Was ist der Unterschied zwischen Räuchermischungen und Legal Highs?

Wer schon einmal in einem der vielen Smartshops in Holland zum Einkaufen gewesen ist, der wird den Unterschied zwischen Räuchermischungen und Legal Highs sicher bereits kennen. Denn in den Niederlanden sind die Gesetzesgrundlagen wegen des Konsums von Rauschpflanzen nicht so fest gezurrt, wie es hierzulande der Fall ist. Daher werden dort die unterschiedlichsten Mischungen ganz öffentlich unter Anpreisung der Inhaltsstoffe in bunten Tütchen unter interessant klingenden Labels vertrieben. Viele Produkte gibt es dort auch in Form von Pillen, Kapseln, als Tinktur, Tee oder Kräutermischung.

Wie werden die einzelnen Produkte unterschieden?

Wer dort nicht zwischen herkömmlichen harmlosen Räuchermischungen und Legal Highs unterscheidet, könnte eine Überraschung erleben. Denn es gibt immense Unterschiede zwischen den angebotenen Produkten. Von den Räuchermischungen sind nämlich die sogenannten Research Chemicals abzugrenzen, die neue psychoaktive Substanzen enthalten. Dabei handelt es sich um Chemikalien, die nach dem gleichen Prinzip von illegalen Drogen synthetisiert wurden. Damit sind sie vom Gesetz her nicht mehr verboten. Doch dem Gesetzgeber sind diese Produkte ein Dorn im Auge: Denn die Research Chemicals sind nicht hinreichend wegen ihrer Wirkungsweise erforscht. Daher könnten sie laut den zuständigen Untersuchungskommissionen nicht abschätzbare Risiken bei den Konsumenten beinhalten.

Bei den auf pflanzlichen Wirkstoffen basierenden Verfahren wird ähnlich vorgegangen. Denn die Endprodukte werden aus den verschiedensten Pflanzen sowie den Extrakten von Pflanzen zusammengestellt. Ziel dieses Verfahrens ist es, eine spezielle synergetische Wirkung zu erreichen.

Was ist Synergie?

Die Synergie stellt bei der Herstellung der Mischungen eine herausragende Rolle dar. Denn bei der Kombination verschiedener Pflanzen, die jeweils unterschiedliche Wirkstoffe enthalten, kann sich insgesamt eine intensivere Wirkung nach dem Konsum zeigen. Dabei ist selbst eine Synergie zwischen Pflanzen möglich, denen unterschiedliche Effekte zugeschrieben werden wie psychoaktive oder nicht psychoaktive Wirkungsweisen. Unterschiedliche Inhaltsstoffe können daher ihre Wirkung gegenseitig verstärken.

Was sind Räuchermischungen?

Unter Räuchermischungen versteht man Kräutermischungen, die für das Verräuchern vorgesehen sind. Räuchermischungen können neben pflanzlichen Wirkstoffen auch künstliche Cannabinoide enthalten, die nach dem Konsum berauschende Zustände hervorrufen können. Je nach Dosierung können diese dem Rausch von Cannabis nahekommen. Der Verkauf, Kauf sowie Gebrauch sind nach dem Gesetzgeber als legal einzustufen, solange keine verbotenen Substanzen beigemischt wurden. Ob eine Substanz verboten ist, ergibt sich aus dem Betäubungsmittelgesetz (BtmG) oder dem Arzneimittelgesetz (AmG). Doch gibt es auch Einschränkungen. Denn der Verkauf der Räuchermischungen zum Zwecke des Konsums durch Rauchen oder sonstige Einnahme ist nicht erlaubt. Das liegt jedoch nicht daran, dass sich eventuell jemand damit berauschen könnte, sondern weil sie nicht explizit als Genussmittel zugelassen worden sind.

Was sind Legal Highs?

Unter Legal Highs werden zumeist künstliche Substanzen verstanden, die legal sind sowie bei Einnahme berauschend wirken können. Die Produkte werden von den Händlern als Räuchermischungen, Badesalze oder Pflanzendünger vertrieben. Doch so harmlos, wie das auch klingen mag, ist es in vielen Fällen nicht. Die Legal Highs werden in den Labors synthetisch hergestellt und können Risiken in sich bergen, die nicht kalkulierbar sind. Hinzu kommt, dass die Zusammensetzung der Mittel nicht geprüft wird und stetig von den Labortüftlern abgeändert werden muss. Denn nur so entkommen die Hersteller der Legal Highs den deutschen Gesetzen. Seit der Einführung des Gesetzes für ‚Neue psychoaktive Stoffe‘ (NpSG) im Jahr 2016 ist vorgesehen, dass neue Substanzen zunächst auf einer Liste der verbotenen Stoffe gesetzt werden müssen, um im Betäubungsmittelgesetz verboten zu werden. Geänderte Substanzen, die nicht unter die verbotenen Stoffe fallen, können somit weiterhin legal auf dem Markt vertrieben werden.

Legal Highs wirken auf den ersten Blick harmlos. Sie sind professionell und bunt verpackt. Namen wie Spice lassen kaum eine Assoziation mit harten Drogen zu. Doch die Mischungen können zu Rauschzuständen mit Symptomen wie Lähmungen oder Wahnvorstellungen führen. Konsumenten sind somit den unberechenbaren sowie nicht erforschten Wirkungen synthetischer Stoffe ausgesetzt. Von einem übermäßigen Genuss, der Legal Highs wird daher vielfach abgeraten.

Fazit:

Es gibt einen Unterschied zwischen den Legal Highs und den Räuchermischungen, obwohl die zuerst genannten Produkte ebenfalls häufig als Räuchermischungen vertrieben werden. Räuchermischungen werden hauptsächlich aus pflanzlichen Produkten hergestellt. Pflanzen haben, obschon sich ihre Wirkung bei gewissen Zusammensetzungen gegenseitig verstärken kann, stets einen sanfteren Einfluss auf den menschlichen Organismus, als rein auf Chemie basierende Produkte. Wobei jedoch nicht von der Hand gewiesen werden kann, dass diesen auch synthetische Cannaboide beigemengt sein können, die einen stärkeren Rauschzustand hervorrufen können. Bei den eigens hergestellten Legal Highs handelt es sich hingegen um künstliche Stoffe, die unter den Bedingungen in dem jeweiligen Labor zusammengemixt worden sind. Die Wirkung der rein synthetischen Produkte kann schlecht vorhergesehen werden und lediglich nach einer eingehenden chemischen Analyse genau bestimmt werden.

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