Abhängigkeit von Räuchermischungen – Wann entwickelt sich ein Suchtverhalten

Räuchermischungen und „Legal Highs“ sind enorm gefährlich, da sie wie andere Drogen auch ein gewisses Suchtpotential beinhalten. Der Bevölkerung wird jedoch meist ein ganz anderes Bild vermittelt. Die Substanzen, die als Räuchermischungen verkauft werden, haben häufig eine psychoaktive Wirkung, die mit der Wirkung herkömmlicher Drogen vergleichbar ist. In der Regel enthalten Räuchermischungen synthetische Substanzen, welche jedoch nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Die Besonderheit bei den Räuchermischungen liegt darin, dass die Verbreitung immer neuer psychoaktiver Substanzen über das Internet, völlig legal ist. Häufig können die entsprechenden Inhaltsstoffe nicht einmal mit einem herkömmlichen Drogentest nachgewiesen werden.

Spice – ein Name den sich Konsumenten merken sollten

Am weitesten verbreitet sind in Deutschland Räuchermischungen, die unter dem Produktnamen „Spice“ gehandelt wurden. Die zumeist in bunten Tütchen verpackten „Legal High“-Produkte sind insbesondere bei Jugendlichen beliebt. So hat jeder dritte Jugendliche schon einmal eine Räuchermischung geraucht. Da die Räuchermischung mit synthetischen Cannabinoiden versetzt ist, hat „Spice“ eine ähnliche Wirkung wie die Droge Cannabis. Entsprechend müssen diese Kräutermischungen als extrem gefährlich eingestuft werden. Sogar wesentlich gefährlicher als das klassische Cannabis. Denn die synthetischen Cannabinoide, die in Räuchermischungen enthalten sind, weisen unangenehme, stärkere und akute Nebenwirkungen als Cannabis auf. Hinzu kommt, dass Mediziner und Wissenschaftler von einem erhöhten, schwerwiegenderem Risiko der Überdosierung ausgehen. Die Gefahr in eine Abhängigkeit zu geraten, ist mindestens ebenso hoch wie beim Konsum der natürlichen Droge einzustufen. Da die Zusammensetzung und Konzentration der einzelnen Komponenten bei Räuchermischungen immer variieren, kann niemand die tatsächlichen Wirkungen vorhersagen.

Wie groß ist die Gefahr süchtig zu werden nun wirklich?

Leider gibt es keinerlei gesicherte Erkenntnisse über die pharmakologische Wirkung, Gesundheitsgefährdungen, Toxikologie und Langzeitfolgen beim regelmäßigen Konsum von Räuchermischungen. Wenn Du konsumierst, fungierst Du also quasi als „menschliches Versuchskaninchen“. Die Produzenten stehen möglichen Gesundheitsgefährdungen relativ gleichgültig gegenüber. Schließlich handelt es sich beim Rauchen um einen unsachgemäßen Gebrauch der Produkte. Da die Hersteller aufgrund der gesetzlichen Situation immense Gewinne erzielen können, werden sich die Produzenten auch weiterhin nicht um die gesundheitlichen Risiken für Konsumenten scheren. Die Gefahr der Abhängigkeit ist für Konsumenten jedoch genauso hoch, wenn nicht höher als bei natürlichen Drogen.

Wann tritt eine Abhängigkeit beim Rauchen von Räuchermischungen ein?

In den meisten Fällen sind es Konsumenten von Cannabis, die es mit einer Räuchermischung probieren wollen. Schließlich sind Räuchermischungen weniger teuer und besser verfügbar. Gleichzeitig ist die Wirkung ähnlich wie bei Cannabis. Viele Leute, die darüber nachdenken einfach einmal einen Versuch zu starten, fragen sich natürlich, ob nach dem ersten Mal gleich eine Abhängigkeit entsteht. Wie bei allen Drogen ist einmal meist keinmal. Wer allerdings Kräutermischungen über 1-2 Monate konsumiert hat, der bemerkt eine Veränderung. Die Sucht manifestiert sich. Da die Räuchermischungen nicht immer in der gleichen Zusammensetzung vorliegen, besteht allerdings auch die Möglichkeit, dass in Einzelfällen die Zeitabläufe anders aussehen.

Woran merkst Du, dass Du abhängig bist?
Spätestens wenn Du einmal keine Räuchermischung zur Hand hast, merkst Du, ob Du bereits abhängig bist. Denn ohne die gewohnten Wirkstoffe reagiert Dein Körper mit einem beklemmenden Gefühl. In der Regel fällt Dir dann auf, dass Du überhaupt keinen Hunger mehr verspürst, bevor die eigentlichen Entzugssymptome einsetzen. Wenn Du auf Entzug kommst, dann sind folgende Symptome üblich:

– ein steinharter, verkrampfter Bauch
– Appetitlosigkeit und fehlendes Hungergefühl
– Würgegefühl beim Versuch, trotzdem zu essen
– Schlafstörungen und Schlaflosigkeit
– Traumähnlich Gefühlszustände

Wie kommt man von der Räuchermischung wieder runter?

Im Prinzip funktioniert der Entzug wie bei jeder anderen Droge auch. Ein kalter Entzug ist durchaus möglich. Da aber die Räuchermischungen mittlerweile stärker und unberechenbarer geworden sind, ist es ratsam einen kundigen Arzt hinzuzuziehen. Die Entzugserscheinungen verschwinden je nach Schwere der Sucht in 1 bis 2 Wochen. Danach zeigt sich das hohe Suchtpotential der Räuchermischung erst richtig, denn das Verlangen nach einem Trip ist recht stark. Wer in diesem Moment nachgibt und sich noch einmal einen Joint gönnt, der ist wieder voll im Suchtkreislauf. Wer also einmal räuchermischungssüchtig ist, der darf, ebenso wie Alkoholiker, nie wieder zuschlagen. Schon der erste Zug an der Räuchermischungszigarette ist für einen Süchtigen der totale Rückschlag. Deshalb ist die Vorstellung nach der Sucht einfach ab und zu noch einmal eine zu rauchen, eine pure Illusion. Wer sich von der Abhängigkeit befreien möchte, der muss wirklich konsequent sein. Um den kalten Entzug selbsttätig durchzustehen, ist also ein starker Wille erforderlich. Allen die den Entzug in Angriff nehmen, wünschen wir viel Erfolg!

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